Programmiertag für die Spieler der männlichen D-Jugend

Dienstag, August 14, 2018

„Warum tut er denn nicht was ich will?“ Solche Fragen kamen des Öfteren am letzten Donnerstagvormittag auf. Sechs D-Jugend-Spieler der SG Edingen-Friedrichsfeld wagten in den Räumen der Hopp Foundation for Computer Literacy & Informatics in Weinheim ihre ersten Programmier-Schritte.

Jeder saß vor einem Laptop, der Weg ins Internet war schnell gefunden, nur diesmal endete die Verbindung in einer Entwicklungsumgebung mit Namen „Open Roberta“ ( lab.open-roberta.org ), die vom Fraunhofer Institut gezielt für Kinder im Alter von 3 bis 8 Jahren entwickelt wurde. Wie die zu nutzen ist, wurde schnell klar. Was getan werden kann (die Befehle), stand links geordnet bereit und konnte als Befehlsblock mit der Maus auf die Programmierfläche gezogen und dort zu einem Programm zusammengeklickt werden.

Anders war es mit den Befehlen selbst. Da mussten die jungen Programmierer erst verstehen, was die einzelnen Befehle wie „Zeige Text“‚ „Hallo“, „Wiederhole unendlich oft“ oder „Wenn – mache“ bedeuten. Deshalb kam es vormittags zu einigen überraschten Gesichtern, als nicht alles gleich so funktionierte wie gedacht. War ein Übungsprogramm erstellt und getestet, konnte es auf einen kleinen Minicomputer mit Namen „Calliope mini“ heruntergeladen und dort eigenständig ohne Verbindung zum Computer gestartet werden.

Bis zur Mittagszeit waren die ersten Hürden überwunden, so dass man danach das erste Projekt in Angriff nehmen konnte. Es ging in die Stochastik: Würfel wurden simuliert. Zuerst ein fairer Würfel, bei dem jedes der Ergebnisse gleichberechtigt war, also bei vielen Versuchen oft angezeigt wurde. Der Calliope mini reagierte auf Schütteln und gab eine der Zahlen zwischen 1 und 6 zurück – wie ein Würfel. Danach wurde es unfair. Mit allerlei Tricks schafften es die jungen Programmierer, den Würfel zu manipulieren: Die geraden Zahlen kamen doppelt so oft wie die ungeraden, die Sechs kam dreimal so oft wie die übrigen Zahlen und … Bald war es 15 Uhr und man musste sich auf den Heimweg machen. Bis dahin waren auch alle Fragen vom Vormittag „Warum tut er denn nicht, was ich will?“ geklärt.

Die Jungen der D-Jugend verbrachten diesen Ferientag einmal ohne Handball – aber trotzdem zusammen und gewannen einen ersten Einblick in das Programmieren von Computern. Das war für alle eine neue Erfahrung. Die meisten der Jungs haben ja schon viel Erfahrung als Anwender von Spiele-Programmen – an diesem Tag bekamen sie eine Vorstellung davon, welche Prozesse im Hintergrund ablaufen.

 

Bericht von Gerd Rühle

                                    


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