Weihnachtsfeier des Turnvereins mit Musik, einer Weihnachtsgeschichte und jeder Menge Theater

Samstag, Dezember 22, 2018
Neu im Ort: Klinik am Straßburger Ring

In einer schnelllebigen Zeit mit sozialen Medien bliebe der persönliche Kontakt oftmals auf der Strecke, findet der erste Vorsitzende des Turnvereins 1892 Mannheim-Friedrichsfeld e.V., Dirk Kappes. Die alljährliche Weihnachtsfeier sieht er deshalb als Anlass, mal einen Gang zurückzuschalten, und die Hektik der vergangenen Tage hinter sich zu lassen. „Heute Abend wollen wir den ganzen Stress vergessen und uns gemeinsam auf Weihnachten einstimmen“, sagt er in seiner Begrüßungsrede.

Natürlich können sich die Gäste jedoch nicht nur auf einen ruhigen, sondern auch auf einen sehr amüsanten Abend freuen. Dafür sorgt sowohl der Musikverein Friedrichsfeld, als auch die örtliche Theaterspielgruppe. Die besinnliche Musik von Sven Häbich und Lucas Bitz an der Trompete, Dieter Frey und Stefan Dewald am Euphonium, Jochen Doll an der Posaune und Fabian Frey an der Tuba, bringt den Saal in Weihnachtsstimmung.

Jana Kappes, die Nichte des Vorsitzenden des Turnvereins, unterhält die Gäste mit der unterhaltsamen Geschichte „Die leckersten Plätzchen der Welt“. Auch die alljährliche Tombola darf natürlich nicht fehlen. Am Ende des Abends steht eine lange Schlange von Menschen vor dem Ausgang, die sehnsüchtig ihren gewonnenen Geschenken entgegenfiebern. Dank der neuen Besitzerin der Vereinsgaststätte, Dragane Blazanović, wird an dieser Weihnachtsfeier zum ersten Mal auch eine Dessertkarte ausgelegt, auf der die Gäste zwischen Eis und Kaffee auswählen können.

Nach dem besinnlichen Teil geht es beim Theaterstück „Wer kronk is, muss kerngsund soi“ schon etwas turbulenter zu. Das Lustspiel in drei Aufzügen nach Uschi Schilling begeistert die Zuschauer auch dieses Mal mit Lokalkolorit und witzigen Pointen. Es entführt in ein Krankenhaus, das „natürlich keines mit normalen Gästen sein kann“, so Kappes. Stattdessen befinden sich in der Klinik eine untaugliche Krankenschwester, ein chauvinistischer Arzt, ein Verrückter und eine neugierige Reinigungskraft. Mit Marcel Jarmuty erfährt die Gruppe auch dieses Jahr einen Neuzugang. Natascha Siesz, die im Jahr 2015 zum ersten Mal an einem Theaterstück in Friedrichsfeld beteiligt war, hat auch dieses Mal wieder viel Herzblut in die Proben gesteckt, genauso wie alle anderen Schauspieler auch.

Noch bei geschlossenem Vorhang ertönt das Intro der Schwarzwaldklinik, deren letzte Folge schon 1989 ausgestrahlt wurde und somit das Potential hat, einige Zuschauer in Nostalgie zu versetzen. Jedoch entführt die Theatergruppe das Publikum nicht in den Schwarzwald, sondern in die „Klinik am Straßburger Ring“. Mit Peter Manges als Prof. Dr. Kruber und Gerd Gohlke als Dr. Marc Keller hat das Krankenhaus zwei Ärzte der besonderen Art eingestellt. Der eine zu fixiert auf das Aussehen, der andere immer auf der Suche nach seinen Akten, können beide ihren Patienten nicht die Pflege schenken, die sie eigentlich benötigen. Auch die beiden Krankenschwestern Lisa (Natascha Siesz) und Hildegard (Irmgard Kahle) sind keine große Hilfe. Lieber widmen sie sich gemeinsam mit der Sekretärin Ariane Berger (Viola Doll) und der Putzfrau Olga (Karin Lutz) strategisch ausgefeilten Racheplänen. Nebenbei tragen Marcel Jarmuty als Hypochonder, Peter Großmann als Neurotiker und Jutta Preißendörfer als Dame von der Krankenkasse zu einem lebendigen Klinikleben so einiges bei.

Die gut verteilten, sehr zweideutigen Witze, zünden beim Publikum direkt und die Theatergruppe muss dank dem vielen Applaus oft warten, bis sie mit ihrem Text fortfahren können. Als Souffleuse hat Erika Kappes auch dieses Mal wieder ein paar Einsätze. Genau solche Aussetzer sind es aber, die der Theatergruppe ihren besonderen Charme verleihen und bei den Zuschauern für so manche Lacher sorgen. Auch die Leute hinter den Kulissen, dazu gehören Joachim Fritsch und Dieter Preißendörfer, sind für das gelungene Stück verantwortlich. Deshalb ernten sowohl sie, als auch die gesamte Theatergruppe am Ende des Abends jede Menge Applaus.

Nina Zegowitz